1. Mai 2013

[Rezension] "Eine wie Alaska" von John Green


Titel: Eine wie Alaska
Originaltitel: Looking For Alaska
Autor: John Green
Format: Taschenbuch, 304 Seiten
Verlag: dtv
Genre: Jugendroman
Preis: 8,95€



Klappentext

Miles ist 16. Viel ist nicht los bei ihm. Keine Mädchen, keine Kumpels, keine nennenswerten Hochs und Tiefs. Ein stinknormales Leben. Doch dann begegnet er Alaska - und verliebt sich auf den ersten Blick. Alaska ist ein Rätsel, eine Göttin, ein Wunder. Miles ist fasziniert und überfordert zugleich. Wie kann er einem solchen Wesen begegnen, ohne sich heillos zu verlieren?


Cover

Ich muss sagen, dass mir das deutsche Cover überhaupt nicht gefallen hat. Es wirkt so unschuldig, nett und lieb... aber das ist dieses Buch mit Sicherheit nicht! 
Mal zum Vergleich, das englische Cover, bzw. eines der englischen Cover.


Das ist schon Unterschied oder? Es passt viel besser zur Geschichte als das deutsche und sieht außerdem auch viel cooler aus... Aber naja. :)


Meinung

Normalerweise mag ich keine Bücher in denen ein pubertierender, männlicher Protagonist sich in eine "Halbgöttin" oder in die absolute "Traumfrau" verliebt. Und genau das ist hier der Fall.
Miles, 16, männlich verliebt sich in Alaska Young, ebenfalls 16, weiblich. Sie hat einen Traumkörper, ist gebildet, witzig, sexy, total feministisch und versucht laufend das patriarchalische Paradigma zu untergraben. Eigentlich mag ich solche "Traumfrau"-Figuren überhaupt nicht. Bei Alaska war das aber ein bisschen anders. Denn zu dieser perfekten Seite an ihr gab es auch eine andere Seite, sagen wir, eine dunkle Seite. Sie ist launisch, nachdenklich, traurig, laut, unheimlich vielseitig und hat ein trauriges Geheimnis... 
Miles dagegen fand ich oft nervig. Als Charakter war er eher platt, ohne richtige Vorgeschichte, Vorlieben (Wenn man ihn nach seiner Lieblingsfarbe gefragt hätte, hätte er vermutlich mit den Schultern gezuckt und "Weiß nicht" gesagt.), oder Hobbies wobei John Green versucht hat ihm durch die Vorliebe an "letzten Worten" ein wenig Leben einzuhauchen, was aber nicht wirklich geklappt hat. Es sollte ihn wohl tiefsinnig wirken lassen, aber auf mich wirkte er oft nur wie ein pubertierender Teenager der Alaska zu seinem einzigen Lebensinhalt gemacht hat.
Die anderen Nebencharaktere waren ziemlich gut entwickelt, wobei sie nicht wirklich viel beschrieben wurden, doch trotzdem wirkten sie auf mich sehr lebendig und so, als ob sie alle eine lange, detaillierte Geschichte ihres Lebens erzählen könnten. 

Den Ort der Handlung fand ich sehr interessant und super gewählt, denn "Eine wie Alaska" spielt in einem Internat in Alabama. Und wie wir das schon von Filmen kennen werden in Internaten liebend gerne Streiche gespielt. So auch hier in Culver Creek, wo Streiche praktisch zum Alltag dazu gehören.
Miles findet nämlich Recht schnell Freunde, wozu auch Alaska gehört, und die spielen ihren Feinden, den Tagestätern (Ich weiß immernoch nicht wie man das richtig ausspricht?!) regelmäßig fiese Streiche. Die kontern natürlich mit noch fieseren Streichen und immer so weiter. Nebenbei wird auch noch viel geraucht, gelesen, philosophiert, Alkohol getrunken und rumgemacht.
Klingt jetzt wie ein typischer Jugendroman, ist es aber nicht. Denn es geht eben nicht nur um diesen, ich sage mal "typischen" Teeniekram sondern auch über ernstere Themen.
Ab der zweiten Hälfte des Buches ist es, aufgrund eines tragischen und schockierenden Ereignisses nicht mehr ganz so locker und witzig, sondern viel ernster, finsterer und auch viel trauriger.
John Green schafft es trotz dieser ernsten und traurigen Passagen etwas Humor mit einzubauen und alles etwas aufzulockern. Das hat mir sehr gut gefallen.

Was mir außerdem sehr gut gefallen hat war, dass Miles und Alaska viel über das Leben und das Leben nach dem Tod philosophiert haben. Es hat mich an sehr, sehr vielen Stellen zum Nachdenken gebracht, so dass ich das Buch manchmal 5 Minuten aus der Hand gelegt habe um über das nachzudenken was ich gerade gelesen habe.
Außerdem hat John Green, der Vergleichende Religionswissenschaften studiert hat, sehr oft Ansichten zum Leben nach dem Tod, der verschiedenen Weltreligionen in die Geschichte mit eingebunden, was ich sehr interessant fand.

Der Schreibstil hat mir genauso gut gefallen. Die Geschichte ist sehr leicht und flüssig geschrieben, sodass ich manchmal 100 Seiten am Tag gelesen habe (was nicht oft vorkommt!).
Außerdem war interessant, dass es keine wirklichen Kapitel gibt sondern Abschnitte die mit einer Anzahl von verbliebenen Tagen betitelt sind, z.B. 153 Tage vorher, 89 Tage vorher, 21 Tage vorher etc; sodass man auf ein bestimmtes Ereignis hinlas was die Spannung erheblich steigerte.


Lieblingszitat

"Dein ganzes Leben steckst du in dem Labyrinth fest und denkst daran, wie du ihm eines Tages entfliehst, und wie geil dann alles wird, und die Vorstellung von dieser Zukunft hält dich am Laufen, aber am Ende tust du es nie. Du hast die Zukunft einfach nur benutzt, um aus der Gegenwart zu fliehen."

Fazit


"Eine wie Alaska" scheint auf den ersten Blick ein typischer Jugendroman zu sein, in dem viel rumgealbert, getrunken, geraucht und rumgeknutscht wird. Aber auf den zweiten Blick ist es viel mehr als das. Es ist ein Einblick in die Psyche eines Heranwachsenden, der seinen Platz in der Welt sucht, der mit seinen Freunden über das Leben philosophiert, der sich "auf die Suche nach dem großen Vielleicht" in seinem Leben macht. Alles in allem fand ich das Buch, trotz eines hin und wieder nervigen Protagonisten wirklich gut.


Bewertung




Kommentare:

  1. Hallo :)
    Ich habe gerade deinen blog entdeckt und finde ihn wirklich super!
    Du hast jetzt eine Leserin mehr!
    Ich würde mich wirklich freuen wenn du mal bei mir vorbeischaust und ich dich vllt. sogar als eine neue Leserin begrüßen könnte.
    LG cicco ♥
    http://ciccotomate.blogspot.de/

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  2. EIGENTLICH wollte ich das Buch ja nicht lesen. Eigentlich. Aber obwohl deine Rezension jetzt nicht sooo gut ausgefallen ist, hab ich total Lust auf das Buch. Ich war ja schon von Der Schicksal ist ein mieser Verräter begeistert (wie alle anderen auch, aber das Buch ist wirklich großartig) aber zuerst würde ich eigentlich gern noch ein bisschen meinen SuB abarbeiten ... ^^

    Alles Liebe,
    Sandra

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    1. Ich hab es eigentlich nur gelesen, weil ich mir mal John Greens Schreibstil mal angucken wollte, bevor ich mir "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" kaufe, aber es ist wirklich einen Blick wert! ;D

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  3. Ach ich VERGÖTTERE John Green! Hast du "The Fault in Our Stars" von ihm schon gelesen? Das ist so... *-*
    "Eine wie Alaska" habe ich auf englisch noch auf dem Mount SuBmore liegen, aber ich werde es wahrscheinlich bald lesen :D
    Du schreibst wirklich schöne und ausführliche Rezensionen! Freu mich schon auf mehr!

    Liebe grüße,
    Maggi :D

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    1. Nein noch nicht, aber das kauf ich mir als nächstes! :D
      Oh danke, freut mich riesig, dass es dir gefällt!! :D
      Ich find deine auch richtig toll! <3

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  4. Sehr gute Rezi!
    Ich hatte das Buch oft genug in der Hand, hab mich aber nie getraut, weil ich keinen Schimmer hatte, was da auf mich zukäme...auch wenn es jetzt nicht das perfekte Buch von John Green ist (was bei Der Schicksal ist ein mieser Verräter aber total der Fall ist ;) werd ich es bei nächster Gelgenheit auf jeden Fall mal näher angucken und's mir vielleicht sogar mit nach Hause nehmen^^
    Dafür, dass du theoretisch noch ganz am Anfang stehst, ist es eine unglaublich gute Rezi, total gut geschrieben und sehr schön zu lesen, bin beeindruckt!

    Liebste Grüße,
    L E Y

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