10. März 2014

[Rezension] "Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran" von Eric-Emmanuel Schmitt


Titel: Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran
Originaltitel: Monsieur Ibrahim et les fleurs du Coran
Autor: Eric-Emmanuel Schmitt

Reihe: -
Format: Gebunden
Seitenanzahl: 112
Verlag: Fischer Taschenbuch Verlag

Genre: Roman
Preis: 7,00€



"Die hinreißende Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft. Manchmal klaut Moses, der in Paris lebt, Konserven im Laden von Monsieur Ibrahim und glaubt, dass dieser nichts merkt. Doch der hat den jüdischen Jungen schon längst durchschaut. Denn Monsieur Ibrahim, der für alle nur »der Araber an der Ecke« ist, sieht mehr als andere. Er ist ein verschmitzter Weiser, der viele Geheimnisse kennt - auch die des Glücks und des Lächelns."
Quelle: Fischer Verlage

Moses hat es sehr schwer im Leben. Er scheint immer von allen Leuten verlassen zu werden, noch dazu von solchen, die eigentlich dazu verpflichtet wären ihn zu lieben. Nur Monsieur Ibrahim bleibt, der einzige "Araber" in der ansonsten von Juden bewohnten Straße. Ihm gehört der Kolonialwarenladen an der Ecke, wo man ihn immer, auf seinem Hocker sitzend, antrifft. Moses vertraut sich ihm an und Monsieur Ibrahim scheint auf jedes Problem eine passende Weisheit parat zu haben. Als dann Moses' Leben die schlimmstmögliche Wendung nimmt, ist Monsieur Ibrahim für ihn da und plötzlich wird aus dem "Araber an der Ecke" ein ganz besonderer Freund...



Gleich zu Anfang herrschte leichte Verwirrung: Man erfuhr nicht wie alt Moses, oder auch Momo, genau war. Zu Anfang dachte ich, er sei 11 (was bei der Handlung teilweise ziemlich bedenklich wäre), dann dachte ich er sei 16 und schlussendlich, wurde angedeutet dass er 13 Jahre alt ist. Das Alter von Monsieur Ibrahim erfährt man nicht, aber das ist auch nicht weiter wichtig, da Momo oftmals erwähnt, dass er sehr alt ist.

Es ist unglaublich schön mit anzusehen, wie sich der alte Mann und der 13-jährige Junge miteinander anfreunden. Moses lernt viel von Monsieur Ibrahim, unteranderem auch was ein Lächeln alles bewirken kann und auch, dass nicht immer alles so ist wie es scheint.

Der Schreibstil ist dem Alter von Momo angemessen, und spiegelt, meiner Meinung nach, sehr gut die Gedanken eines Heranwachsenden wider, auch wenn Momo manchmal etwas zu reif für sein Alter war.

"Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran" ist eine dieser Geschichten, die man nicht vergisst und die sich im Kopf festsetzen. Es ist ein Buch bei dem man schmunzelt, das bereichert und bei dem man ein wenig nachdenklich wird.
Zwar hat es mir nicht ganz so gut gefallen wie "Oskar und die Dame in Rosa", aber nichtsdestotrotz ist es ein wunderbares Buch über eine ebenso wunderbare Freundschaft.



"Durch Monsieur Ibrahim begriff ich, daß die Juden, die Muselmanen und sogar die Christen sich einen Haufen bedeutender Männer teilten, bevor sie damit begannen, sich gegenseitig die Köpfe einzuschlagen."
Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran,
Seite 59


"Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran" von Eric-Emmanuel Schmitt ist eine zauberhafte Geschichte, über eine ganz besondere Freundschaft. Es stimmt nachdenklich und es macht einen glücklich und traurig zugleich.
Es hat mich zwar nicht im selben Maße berührt wie "Oskar und die Dame in Rosa", aber es hat mir denoch sehr gut gefallen. Ich vergebe 4 von 5 Sternen.






Kommentare:

  1. "Durch Monsieur Ibrahim begriff ich, daß die Juden, die Muselmanen und sogar die Christen sich einen Haufen bedeutender Männer teilten, bevor sie damit begannen, sich gegenseitig die Köpfe einzuschlagen."

    Ein wirklich schönes und richtiges Zitat. Die drei großen Religionen haben so viel gemeinsam und doch sehen so viele nur die Unterschiede und hassen sich.
    Das Buch ist vielleicht ein kleiner Beitrag zum Weltfrieden. Auch, wenn es "nur" den Frieden mit dem andersgläubigen Nachbarn herstellt. :)

    (Muss auch endlich mal auf meine Wunschliste!) :)

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    1. Ich gebe dir vollkommen recht.
      Ich finde die drei Weltreligionen sollten viel mehr ihre Gemeinsamkeiten sehen als immer nur ihre Unterschiede, vielleicht würden sich die Menschen dadurch besser verstehen, oder wenigstens verständnisvoller gegenüber einander sein.
      Das Buch ist wirklich ein kleiner Beitrag zum Weltfrieden, weil Moses auch zu Beginn denkt "Ach das ist ja nur ein Araber" bis er Monsieur Ibrahim dann näher kennenlernt... :)

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  2. Ich habe noch nie von dem Buch gehört, es klingt aber interessant!

    Lg Emma ♥

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