20. April 2014

[Ankündigung] Von Meinung, Kritik und Rezensionen

Zu allererst möchte ich all denen die es feiern ein frohes Osterfest wünschen! Ich hoffe ihr verbringt eine schöne Zeit mit eurer Familie und/oder eueren Freunden. :)

Nun zu einem etwas ernsteren Thema.
In letzter Zeit fällt es mir immer schwerer ehrliche Rezensionen zu verfassen. Die Gründe sind unterschiedlich. Entweder es ist ein Buch, das sehr vielen anderen Leuten gefällt und ich Angst habe jemandem auf die Füße zu treten oder es ist ein Buch was mir eigentlich gut gefällt, aber meiner Meinung nach nicht gut erzählt ist. Ich versuche immer eine Balance zwischen Objektivität und Subjektivität zu finden, was mir aber leider sehr sehr selten gelingt.

City of Bones ist ein gutes Beispiel denke ich. Das Buch ist ein Bestseller, wurde verfilmt und wird von vielen von euch da draußen geliebt. Obwohl der Schreibstil, die Charakterentwicklung und alles drum herum sehr gut war, waren mir die Charatkere unsympathisch und auch die Thematik war nicht wirklich meins. Trotzdem habe ich eine sehr gute Bewertung abgegeben, weil es sehr gut geschrieben wurde, mir aber persönlich nicht gefallen hat.
Zurück nach Hollyhill und Tape sind gute Beispiele für die andere Seite. Bücher die mir gefallen haben, aber vom Schreibstil, der Charakterentwicklung, der Spannung her einige Schwächen hatten. Die Geschichte hinter diesen Büchern hat mich unterhalten, obwohl es langweilige Strecken gab und wenn ich an diese Bücher zurückdenke, denke ich mit einem Lächeln an sie zurück.


Eines meiner großen Hobbies, neben dem Zeichnen ist das Schreiben. Ich würde nicht sagen, dass ich eine gute Geschichtenerzählerin bin, allerdings träume ich schon seit Jahren davon mal eine eigene Geschichte zu schreiben. Von Veröffentlichung ist hier überhaupt keine Rede, ich möchte einfach mal eine Idee zu Ende bringen und sie aufschreiben. Das versuche ich seit einigen Wochen intensiv und mir wird immer wieder klar, wie schwierig das Schreiben doch ist. Es ist zeitaufreibend und anstrengend Charaktere zu entwerfen die sowohl stark und interessant, als auch realistisch sind. Sich eine Handlung auszudenken die wirklich spannend ist. Und dann noch die ganzen Hintergrundinformationen die man sich ausdenken muss. Schreiben ist nicht leicht. Wenn ich also versuche mal ein paar Zeilen zu schreiben, denke ich an all die Autoren da draußen, deren Werke wirklich veröffentlicht wurden. Es ist für sie genauso harte Arbeit wie für mich. Und dann frage ich mich oft, wie ich reagieren würde wenn jemand mein Werk rezensieren würde.

Es kommt mir so vor, als würde ich oft nur das ganze drum herum bewerten. Also wie ein Buch geschrieben wurde und nicht die Geschichte, die dahinter steckt.
Eine ehemalige Lehrerin von mir, sagte einmal "Es ist nicht an uns, das Werk eines Autors zu kritisieren." 
Ob das stimmt oder nicht, sei mal so dahin gestellt. Ich möchte, dass meine Rezensionen immer perfekt und sachlich sind. Allerdings frage ich mich dann, ob das auch wirklich jemandem hilft. Ich schreibe Rezensionen in erster Linie, um euch einen Eindruck über das Buch zu verschaffen, sodass ihr wisst, ob das Buch etwas für euch ist oder nicht. Allerdings glaube ich nicht, dass das auch wirklich der Fall ist.

Und wenn ich nicht wirklich ehrlich bin und ein Buch viel besser bewerte, nur weil ich Angst habe jemandem auf die Füße zu treten, dann frage ich mich, ob ich nicht meine Zeit verschwende, wenn ich euch eh nicht die Wahrheit sage. Ich denke zu einer guten Rezension gehören sowohl die eigene Meinung als auch Kritik. Nur habe ich oft ein Problem damit, Kritik zu üben an etwas, das mich zwar nicht gestört hat, andere aber stören könnte. Ein gutes Beispiel sind vielleicht vorhersehbare, kitschige Liebesromane. Ich für meinen Teil, lese gerne solche Bücher, auch wenn sie vorhersehbar und kitschig sind. Und wenn ich nun ein solches Buch gelesen habe, weiß ich wirklich nicht wie ich es bewerten soll, weil ich mich immer frage "Na schön, es hat mir vielleicht gefallen, aber vielleicht gefällt es anderen ja nicht?!". Deswegen versuche ich immer objektiv zu bleiben.

Daher habe ich mich dazu entschlossen, erst mal keine Rezensionen mehr zu schreiben, bis ich gelernt habe meine eigene Meinung mit berechtigter Kritik zu verbinden, so dass ich euch auch wirklich meinen persönlichen Eindruck vom Buch vermitteln kann.
Es würde mich sehr interessieren eure Meinung zu diesem Thema zu hören, ob ihr auch die gleichen Probleme habt wie ich, und wenn nicht wie macht ihr das? :)

Selbstverständlich werde ich mit dem Bloggen nicht aufhören, vor allem nicht wo der erste Geburtstag von Kitap Kulesi vor der Tür steht. ;)
Ich wünsche euch auf jeden Fall noch schöne Feiertage!
Bis die Tage. :)


Kommentare:

  1. Hey :)
    Interessanter Post. In letzter Zeit lese ich oft ähnliche Posts, in denen die Blogautoren über das Rezensieren schreiben.
    Jede Rezension ist anders. Jeder hat einen eigenen Schreibstil, die einen schreiben in Fließtext, die anderen schreiben ohne bzw. mit Struktur. Ich habe schon viele Rezis gelesen, die ultra-kurz sind. Längere und erklärendere Rezensionen mag ich viel lieber. Es reicht mir nicht, wenn jemand schreibt "Die Charaktere sind toll, die Handlung ist spannend", ich möcht wissen wieso diese Person das so empfunden hat. Und natürlich soll nichts gespoilert werden. Ziemlich hohe Ansprüche, die man als Leser so hat. Aber jeder hat schließlich einen anderen Geschmack, andere mögen soger Spoiler und andere mögen es, wenn eine Rezension so kurz wie möglich gehalten wird.
    Während manche ernste und objektive Rezensionen schreiben, schreiben andere subjektivere Rezensionen und lästern regelrecht über den einen oder anderen Chrakter. Im Grunde ist es egal, für welche Richtung man sich entscheidet.
    Ich mag ehrliche Rezensionen, ich möchte wissen warum der Blogger ein Buch so empfunden hat. Es ist mir egal, ob das Buch Millionen Anhänger hat (siehe Shades of Gray), die persönliche Meinung ist am interessantesten. Wenn man einen Charakter / eine Schreibweise / eine Handlung nicht mag, dann ist das nie unbegründet.
    Am Anfang meines Blogs (so lange liegt das gar nicht zurück ^^) war ich auch relativ unsicher. Wenn ich meine Rezensionen von damals lese … dann schäme ich mich regelrecht. Mittlerweile fühle ich mich viel wohler und so langsam habe ich auch eine eigene, nicht ganz so objektive Schreibweise entwickelt. Aber damit fühle ich mich wohl und auch meine Leser scheinen nichts dagegen zu haben :)
    Also mach dir keinen Kopf, schreib einfach deine Rezensionen und bleib deiner Meinung treu :)

    Ganz liebe Grüße,
    Carly

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  2. Ich finde den Post sehr interessant und ehrlich.
    Ich selbst kenne dieses Problem (noch) nicht, kann deinen Standpunkt jedoch verstehen.
    In meinen Rezensionen bewerte und schreibe ich immer sehr subjektiv, da ich meinen Lesern zeigen möchte, was mich an der Geschichte begeistert, gefesselt hat, was mir aber auch nicht so gefallen hat. Daher sind meine Rezensionen oft auch ein wenig durcheinander :D
    Allerdings denke ich, dass ja jeder einen anderen Geschmack hat. Wie du schon sagtest, kann dem einen eine vorhersehbare,.kitschige Liebesgeschichte äußerst gut gefallen, ein anderer findet sie aber total doof. So ist das eben. Ich denke mir, wenn ich in meiner Renezension sage: die Liebesgeschichte ging schnell, ich könnte sie aber trotzdem gut nachvollziehen, usw usf, kann sich jeder in etwa selber ein Bild bilden, ob ihm das so gefallen könnte oder nicht.

    Meiner Meinung nach sollte man in einer Rezension schon subjektiv sein, schließlich geht es um die persönliche Erfahrung mit dem Buch. Diese objektiv zu formulieren finde ich ein wenig schwer und ich denke auch, dass sich die Leser auch durch subjektive Meinungen entscheiden können, ob das Buch etwas für sie wäre. :)

    Ich finde deine Entscheidung ziemlich gut. Ich hoffe, du weißt bald, wie du deine Rezensionen so schreiben kannst, dass du mit ihnen zufrieden bist und auch die Bücher angemessen bewertest :)

    Viel Glück dabei! :)

    Allerdings ist dir glaube ich auch keiner böse, wenn du dem super gehypten Buch nur eine schlechte Bewertung gibst. Schließlich ist es deine Sicht der Dinge! :)

    Liebe Grüße
    Anna

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  3. Ein Buch zu rezensieren ist manchmal gar nicht so einfach, wie es aussieht. Das habe ich zumindest mittlerweile festgestellt.
    Mir persönlich ist es wichtig, dass die Stärken und Schwächen eines Buches in einer Rezension benannt werden. Ich weiß nicht warum, aber "Kritik" lese ich sehr gerne. Auch zu Büchern die ich sehr gerne mag. Jeder findet dabei andere Dinge, die gut oder schlecht sind und manchmal kann man dem zustimmen oder darüber diskutieren. Und das ist meiner Meinung nach auch das Schöne am Rezensieren und Über-Bücher-Bloggen. Man kann sich austauschen über Bücher und andere Sichtweisen lesen und sich somit noch einmal ein neues Urteil über ein bestimmtes Buch machen (oder auch nicht). Kritik zu üben ist mir persönlich auch beim Schreiben einer Rezension wichtig. Das liegt daran, dass mir negative Dinge (Wie Sprache, Aufbau der Geschichte, Charaktere etc) beim Lesen arg auffallen. Ich bin in vielen Dingen ein sehr kritischer Mensch und das lasse ich auch gerne in meine Rezensionen einfließen. Und dabei ist es mir dann auch egal, ob das jemand so lesen mag oder nicht. Ich zumindest mag es nicht, wenn Blogger alle gelesenen Bücher (und vor allem die, die sie von Verlagen gesponsert bekommen haben) in den besten Tönen loben. Das ist einfach nur langweilig und zeugt meiner Meinung nach auch nicht von einer geistreichen Art des Lesens. Ich bin wirklich gelangweilt von all den Blogs, die einen Bestseller nach dem anderen mit 4-5 Sternen bewerten. Wenn ich eine Rezension lese, brauche ich auch Reibepunkte. Was hat dem Blogger nicht gefallen und warum? Wenn ich das Buch auch gelesen habe, denke ich dann genauso? Oder anders? Halten mich die negativen Kritikpunkte vom Kauf ab oder machen sie das Buch dadurch erst spannender für mich? Je mehr der Blogger über ein Buch sagen kann, egal oder Gutes oder Schlechtes, desto besser hat er doch hingeschaut, desto aufmerksamer hat er gelesen und das macht für mich die Qualität einer Rezension aus, egal ob ich dieser Kritik dann zustimme oder nicht.

    Ich würde manchmal sogar gerne gehypte Bücher bewusst auf ihre negativen Aspekte untersuchen und sie so rezensieren. Um diesen Hype mal den Wind aus den Segeln zu nehmen. (Zum Beispiel bei Shades of Grey). Viele Hypes gehen mir tierisch auf die Nerven, in jedem Blog das gleiche Buch rezensiert und mit 5 Sternen benotet zu sehen, auch. Da würde ich manchmal ganz gerne aus Protest gegen an schwimmen. Und ich würde es auch sehr unterhaltsam finden, solche Rezensionen zu lesen.

    Was ich damit sagen will: Schreib ruhig subjektiv. Lesen ist subjektiv und ich glaube die meisten wollen auch subjektive Rezensionen lesen um Fragen wie: "Wie erging es anderen beim Lesen dieses Buches?" beantwortet zu bekommen. Einige werden sich auf den Schlips getreten fühlen, andere nicht. Wenn jemand meine Lieblingsbücher mit negativer Kritik auseinander nehmen würde, würde ich mich natürlich auch nicht freuen, aber ich fände es sehr interessant, zu lesen. :)

    Ich hoffe, du rezensierst weiter und findest eine Art dabei, wie du dich wohl fühlst. :)

    Liebe Grüße,

    Erina

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  4. Klingt ja nach einer mittelschweren Existenzkrise! o.O
    Ich finde es aber sehr cool, dass du dich so intensiv mit dem Thema auseinander setzt, denn nur durch Reflexion kann man sich schließlich weiterentwickeln.
    Wenn ich mal mit ein bisschen Hausfrauenpsychologie rangehen wollen würde, würde ich sagen, du willst einfach allem und jedem gerecht werden bei deinen Rezis. Und weil du diesem Anspruch nicht gerecht werden kannst, bist du - verständlicherweise - frustriert. Das ist auch wirklich eine komplizierte Sache.
    Ich persönlich würde zu dein einzelnen Punkten, die dich verunsichern folgendes sagen:
    1. Leute, die sich durch eine negative Rezi auf die Füße getreten fühlen, sollen mal mit ihrem Leben klarkommen. Ich finde, es macht ein Buch gerade interessant, wenn es verschiedene Meinungen dazu gibt und nach einem richtigen Verriss schaue ich meistens genauer auf ein Buch als auf so einen gehypten Mainstream-Kram. Nix gegen Mainstream, das lese ich hin und wieder auch gern, aber ...da weiß man halt meistens, was man bekommt ;) Deshalb solltest du da keine Angst haben - ich hab auch noch nie erlebt, dass jemand einen Shitstorm unter einer negativ ausgefallenen Rezi bekommen hat. Und du greifst damit ja keine Leute oder deren Geschmack an, indem du deinen Geschamck kundtust :)
    2. Alles andere kannst du doch so in deinen Rezis ausdrücken. À la: "Handlung und Charaktere fand ich richtig grottig, aber dafür hat mir Umsetzung und Schreibstil wirklich gut gefallen und hat das nochmal rausgerissen, weil...". Oder so. Wie du das letztendlich bewertest, ist dann ein anderes Problem, aber ich gucke eh nie nur auf die Kurzbewertungen in Form von Sternchen oder so, weil die einfach nicht so wirklich viel aussagen.
    3. Autoren müssen mit Kritik umgehen können. Wenn nicht, sollten sie sich einen anderen Job suchen. Und ich bin sicher, dass sie im Laufe ihrer Karriere schlimmeres zu hören bekommen haben, als deine Rezensionen. Verlage sind knallhart :) Und solange man sachlich bleibt und gut begründet, warum gewisse Aspekte nicht dem eigenen Geschmak entsprechen, ist alles in Ordnung.
    4. Rezensionen können gar nicht objektiv sein. Das sagt ja schon die Definition. Einen relativ neutralen Eindruck vom Buch vermittelt man ganz gut mit einer Inhaltsangabe, aber ohne subjektive, eigene Meinung fehlt dann das Profil. Also finde ich.

    So zumindest handhabe ich das Ganze :) Und jetzt wünsche ich dir eine erfolgreiche Selbstfindungsphase, einen schönen morgigen freien Tag und alles Liebe :)

    MelMel

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  5. Hi :),

    das Problem mit den Bewertungen kenne ich! Man hat einfach als Rezensent nicht 100% objektive Kriterien und ich ziehe auch öfters einfach mal einen halben Stern ab, weil sich das Buch nicht gut angefühlt hat, obwohl ich nicht wirklich was daran auszusetzen hatte, oder gebe einen halben dazu, obwohl es nicht ganz perfekt war. Das schreibe ich dann dazu und ich finde, man kann das machen. Immerhin vertrittst du hier ja deine Meinugn und du solltest ein Buch nicht besser oder schlechter bewerten, weil du glaubst, dass es so objektiver wäre oder weil alle es gut fanden. Ich lege mich gerne mit allen an und mache auch Bücher schlecht, die alle anderen toll finden :D. Das ist halt deine Meinung!

    Mit dem Schreiben geht es mir übrigens ähnlich. Ich würde so gerne endlich mal was fertigbekommen, aber vor allem die Charaktere machen mir enorm viel Arbeit :/.

    Aber zurück zu den Rezis. Ich verstehe deinen Punkt und ich denke, du solltest alles so aufschreiben, wie du es fühlst. Selbst subjektive Rezensionen können Lesern helfen, denn wenn ich jetzt beispielsweise wüsste, dass wir einen ähnlichen Geschmack haben, würde es mir helfen zu wissen, dass du ein Buch gut findest, selbst wenn andere Leute es vielleicht nicht gut fänden. Und du kannst ja zum Beispiel auch dazu sagen, dass dich die kitschige Liebesgeschichte nicht gestört hat, du aber weißt, dass sie sehr kitschig ist und nicht jedem gefallen würde. Dann kannst du das Buch trotzdem gut bewerten, aber deine Rezension war auch sehr informativ :).

    Ich finde es toll, dass du so eine lange Erklärung dazu abgibst und ich würde sagen, du solltest einfach wieder anfangen mit dem Rezensionenschreiben, wenn du dich danach fühlst. Falschmachen kannst du da eigentlich nichts und ich werde sie gerne lesen :).

    Liebe Grüße
    Charlie

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    1. Oh, und für den Fall, dass du ein bisschen neuen Stoff zum Bloggen brauchst, wenn du jetzt keine Rezis mehr schreibst, habe ich dich getaggt :): http://keinezeitfuerlangeweile.blogspot.de/2014/04/tag-tratsch-nicht-mehr-mittwochs-tag.html
      Ich hoffe, du hast Lust.

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  6. Interessanter Beitrag! Wobei es mir noch nie so ging wie dir, aber ich kann es schon nachvollziehen. Mir geht es oft mit Klassikern so - die kann ich irgendwie nicht rezensieren, weil ich mir denke "Vielleicht hab ich es nicht so verstanden wie es gemeint ist" und "Wer bin ich, dass ich einen Klassiker bewerte oder gar schlecht rede?" oder eben solche Dinge. Ich mag es mir nicht herausnehmen, darüber zu urteilen, ich will sie einfach nur kennen. Aber bei gegenwärtiger Literatur empfinde ich nicht so, weil ich in der gleichen Zeit lebe und den gleichen Zeitgeist habe. Natürlich kann es immer sein, dass man etwas missversteht oder überliest und das Buch einem deshalb nicht so gefällt, das wäre unfair dem Autor gegenüber. Aber dafür ist der Austausch ja irgendwie da, unter Bloggern kann man sich ja auch mal darüber ausquatschen, wie einem was gefallen hat, selbst wenn es komplett andere Wahrnehmungen sind, das macht das ja erst interessant. Und auch wenn ich ebenfalls versuche, meine Rezensionen möglichst objektiv zu schreiben, so kann das kein Anspruch sein. Ich schreibe dann meist sowas wie "Fans von Liebesgeschichten/ spannenden Geschichten/... werden ihren Spaß dran haben" oder etwas ähnliches, aber dazu schreibe ich dann trotzdem, ob es was für mich war oder nicht. Solange eine Begründung dabei ist, ist alles gut. Und ich muss MelMel Recht geben - wirklich objektiv geht eigentlich gar nicht. Alleine schon der eigene Schreibstil ist subjektiv.
    Zu guter Letzt noch ein Tipp: Ich stell mir manchmal vor, dass ich die Rezensionen nur für mich schreibe. Wenn ich zum Beispiel nach zwei Jahren nur noch weiß, wie mir ein Buch gefallen hat, aber nicht mehr, weshalb und warum, dann wäre es praktisch, das nachgucken zu können. Stell dir vor, du schreibst an dein zukünftiges Ich, vielleicht geht es dann besser :) Alles Liebe!

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  7. Toller Beitrag!
    Ich bin jetzt mal so frei und gebe meine Sicht wieder ;)!
    Ich finde, eine Rezension lebt davon, dass man eben auch mal Subjektiv ist, schließlich spiegelt eine Rezension meine eigene Meinung wieder, und jeder fasst das Gelesene anders auf.
    Den einen stört es nicht, wenn es einen "plumpen" Schreibstil gibt, wenn es dafür eine gut durchdachte Geschichte gibt. Wieder rum ein anderer sieht dieses ganz anders, der mag es wenn ein Ende vorhersehbar ist, und möchte nur den Weg dorthin erlesen.
    Der Vorteil für Dich ist doch, dass du ganz sachlich einfach deine Meinung wieder geben kannst. Niemand wird dir böse sein, wenn du offen schreibst was du denkst und wahrgenommen hast. Der gute Mix einer Rezension ist, dass man schreibt was im Buch vor kommt und über einen Nebensatz hinzufügt wie man es selbst sieht. Ich nehme dafür mal dein beispiel für die kitschigen Liebesromane :)!
    "Der Roman "Wie ein Licht in der Nacht" ist ein wunderbar romantisches Buch mit Happy-End, was mir von Anfang an klar war." Hier ist klar, es ist ein Liebesroman mit Happy-End, und erst im Nebensatz wird beschrieben was du davon denkst.
    Ich finde eine Rezension ist wie eine Interpretation, ich muss die Fakten des Buches herausfinden, dann muss ich Pro und Contra abwägen und zum Schluss ein Fazit schreiben.

    Und ja der Satz " Es ist nicht an uns, das Werk eines Autors zu kritisieren" ist nur teilweise richtig, Autoren schreiben Bücher damit sie liest und dann beurteilt. Ich denke bezieht sich hier nur auf das Werk des Schreibens, man darf den Autor nicht dafür verurteilen, dass er schreibt, aber das was er schreibt, darüber darf ich eine eigene Meinung haben.

    Ich wünsche mir, dass du trotzdem weiterhin Rezensionen schreibst :)!

    LG Piglet ♥

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  8. Hallo! :)
    Ich bin gerade durch Carly auf deinen Blog gestoßen und an diesem Beitrag hängen geblieben.
    Und ich kann deinen Standpunkt gut verstehen. Mir fällt es prinzipiell leichter, nicht soo gehypte Bücher zu rezensieren, weil auch ich immer Angst habe, ich könnte jemanden (wie Anhänger einer riesigen Fangemeinde) vor den Kopf stoßen. Aber letztendlich finde ich, dass die ehrliche Meinung am wichtigsten ist. Solange sie begründet ist.
    Ich bin der Meinung, dass der Leser sich dann am besten eine eigene Meinung bilden kann. Wenn du zum Beispiel lesen würdest, dass es jemanden gestört hat, dass die Liebesgeschichte vorhersehbar war, könntest du dir denken, ja, aber mich würde das nicht stören. Wenn der Rezent dann auch sowohl positive als auch negative Aspekte darstellt, kann der Leser der Rezension für sich entscheiden, welchen Punkten er zustimmt und welchen nicht. Trotz aller Sachlichkeit ist es aber immer schön, wenn die eigene Meinung des Rezenten inklusive Gefühle deutlich wird, weil das die Rezension persönlicher und unterhaltsamer macht. Die richtige Kombination macht eine gute Rezension aus. ;)
    Mittlerweile hast du ja wieder mit dem Rezensieren angefangen und das freut mich! :)

    Liebe Grüße
    Dana

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